Elke Diepenbeck und Roland Kalus spielen alte Hits und Eigenes auf dem Oppenheimer Marktplatz (Allgemeine Zeitung, 12.07.2017)


Von Wolfgang Bohrmann

OPPENHEIM - „Die Tanzfläche ist frei“, mit dieser Feststellung eröffnete Elke Diepenbeck, die Sängerin des Duos Coolsville, das gut zweistündige Konzert der Gruppe auf dem Marktplatz in Oppenheim. Und bei den hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad sollte sie es leider auch bleiben. Eingeladen hatten die Stadt und Stadtbürgermeister Marcus Held im Rahmen des Kultursommers 2017. Die rund fünfzig Zuhörer, verteilt über Marktplatz, Bühne und angrenzende Restaurants, vermieden bei dieser Hitze jede unnötige Anstrengung. Aber allein das Zuhören machte genug Spaß und gute Laune.

Viele Zuschauer, aber nur wenig Schatten

Leider waren viel zu wenige Schattenplätze verfügbar, sodass etliche Passanten leider weitergehen mussten, denn in der Sonne war es nicht lange auszuhalten. Damit nicht genug, machte eines der beiden Cafés just zum Konzertstart die Schotten dicht, und die wenigen Plätze mit „Wasserversorgung“ waren damit zusätzlich verloren. Dennoch präsentierten Elke Diepenbeck und Roland Kalus einen sehr hörenswerten Querschnitt ihres Repertoires, das viele der bekannten Titel seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in neuer Aufmachung enthält.

Mit Elke Diepenbecks toller Stimme klingen Titel wie „How deep is your love“ von den Bee Gees völlig anders als das Original, werden aber sofort wiedererkannt. Das ist ein besonderer Effekt, der für ein neuartiges Klangerlebnis sorgt. Ähnlich verhält es sich mit Steely Dans Titel „Rikki don’t lose that number“ und den folgenden Top-Hits, die Coolsville auf ihre Weise covered. Dabei kommt auch gelegentlich eine alte, im Hippiestil verzierte Melodika zum Einsatz und sorgt für nostalgische Sounds.

Aber nicht nur die Titel bekannter Künstler gehören ins Coolsville-Spektrum. Auch eigene Kompositionen belegen die musikalische Bandbreite und das Können der Gruppe. So überzeugte Roland Kalus mit tollem Gitarrensound bei seinem Instrumentalstück „Wingertsknorze Blues“. Da auf dem Marktplatz zuvor amerikanische Touristen, die auf Untergrundtour unterwegs waren, gesichtet wurden, versuchte Kalus, den Titel mit „Vine- yard Blues“ zu übersetzen. Ob dabei allerdings der eigentliche Sinn rübergekommen ist, bleibt fraglich.

Auf jeden Fall hat die Vorstellung sicher bei manchem Besucher Lust auf mehr geweckt. Diese kann im Weingut „Das KulturGut Bechtolsheim“ von Diepenbeck und Kalus befriedigt werden. Dort gibt es neben einem bunten Kulturprogramm auch in regelmäßigen Abständen Auftritte von Coolsville. Da Bechtolsheim nun wirklich nicht weit entfernt ist, ist ein Besuch dort auf jeden Fall zu empfehlen.

Den beiden Künstlern gebührt für ihre Leistung auf dem Marktplatz trotz nicht optimaler Umstände große Anerkennung.

Magische Momente beim „Klein-Kunstabend“ von Wolfi Klein im Frankfurter Hof  (Allgemeine Zeitung,20.03.2017)

Von Kathrin Wesolowski

[....] Auch Elke Diepenbeck und Roland Kalus brachten Stimmung ins Publikum. Mit Songs und Eigenkreationen wie „Billie Jean“ von Michael Jackson heizten sie den Zuschauern ein. Die Bühne färbte sich abwechselnd in blaues, rotes und lila Licht, aufkommender Rauch betonte die magische Atmosphäre.

 

Coolsville bietet musikalische Feinkost im „Weingewölbe“ (Wormser Zeitung,10.09.2014)

Von Gernot Lahr-Mische

BERMERSHEIM - Ein Bild, wie aus den gängigen Zeitschriften, die das Landleben beschwören. Eine perfekte Idylle: Im Hof vor der großen Hochzeitsscheune stehen Stühle und Bänke, erstes Frühherbstlaub liegt auf dem Boden, unter den Tischen dösen zwei Hunde. Die Gäste sitzen entspannt an den Tischen unter mit grünen Lampions beschirmten Bäumen, genießen frisch zubereitete Spezialitäten eines mehrfach prämierten Kochs, trinken guten Wein und hören exquisite Musik.

Konzept geht auf

Das Konzept des bei dem legendären Paul Bocuse in die Lehre gegangenen Kochs Jean-Marie San Martin und seiner Frau Stefanie geht auch bei den drei Mal im Jahr stattfindenden „WonneJazz“-Veranstaltungen auf. Gutes Essen und erlesene Getränke, verbunden mit Musik, finden Zuspruch. Dass dabei die Musik des Duos „Coolsville“ im Restaurant „Weingewölbe“ in Bermersheim eher untermalenden Charakter hatte, tat der Atmosphäre keinen Abbruch, ist aber für die Musiker nicht ganz so einfach. Doch der professionelle Charme der Sängerin Elke Diepenbeck und des Gitarristen Roland Kalaus vermittelte trotzdem eine positive Ausstrahlung. Zumal das Duo „Coolsville“ handwerklich enorm versiert ist und beide selbst Inhaber einer Weinstube mit großer Livemusikauswahl sind, die sogenannte „Feinkunstbühne Kulturgut“ in Bechtolsheim.

Es besteht also ein Netzwerk und so kommt es, dass zur Trilogie vom Lachs oder Bandnudeln mit gebratenen Garnelen und anderen Gerichten Rickie Lee Jones, Sting oder Bonnie Raitt erklingt. Gitarre und Gesang im sonnendurchfluteten Hof, das hatte etwas. Elke Diepenbeck singt übrigens auch in anderen Projekten. Die klare, reine Stimme der studierten Sängerin kokettiert gerne mit Jazzphrasierungen, so entstehen gänzlich eigene Interpretationen innerhalb der wohlfeilen Songauswahl, bei der auch eine Sängerin wie Siljie Nergaard mit „Lullabye to Erle“ zu finden ist. Fast schon perfekt nuanciert, wie die schmale, enorm selbstsichere Vokalistin alle Hürden meistert und ihre Interpretationen zwischen Perfektion, Wärme und Verve eine gesunde Balance finden.

Daran beteiligt ist auch Rainer Kalus an der akustischen Gitarre, der mit seiner Frau in einen Dialog tritt, ihren Gesang fast schon impressionistisch unterstützt, sich dabei aber bewusst zurücknimmt. In seinen Solostücken kann der 54-Jährige dann die ganze Klangwelt seines Oeuvres präsentieren. Hier beweist er sich als exzellenter Covermusiker („Blue Moon“), aber auch seine Eigenkompositionen sind kleine Klangbilder, die die perfekte „Filmmusik“ für das beschauliche Ambiente waren.

Wären noch das spontane Geburtstagsständchen und der stimmungsvolle Einsatz einer alten Melodica zu erwähnen, die der Qualität des Duos fast noch mehr eine wehmütige statt „coole“ Note hinzusetzte.
Foto: pa/Balzarin